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Katathym-Imaginative-Psychotherapie

  • Begriff:
    Die Katathym-Imaginative-Psychotherapie (KIP), frühere Bezeichnung Katathymes Bilderleben (KB), ist ein psychologisches Verfahren, das gesprächsorientiert ist. Der Begriff "Katathymes Bilderleben" geht auf den von H. Maier 1912 geprägten Begriff "katathym" zurück (aus dem Griechischen: kata = herab, hinab, inhinein, thymos = Seele, Gemüt, Leidenschaft). Der Begriff soll die Abhängigkeit bildhaft vorgestellter Vorgänge, wie Tagträume, von Affekten und Emotionen kennzeichnen.
    Geschichte:
    Unsystematische Voruntersuchungen über gezielt herbeigeführte bildhaft erlebte Tagträume bei KlientInnen gehen bis auf Freud (1885) zurück. Tagträume galten zunächst als eine geeignete wissenschaftliche Methode zum Nachweis der symbolischen Darstellungskraft vorbewußter und unbewußter Vorgänge in der Psyche. Im Jahr 1948 begann Hanscarl Leuner, gedankliche Vorstellungsbilder auch bei der psychotherapeutischen Behandlung einzusetzen, nachdem er anhand einer Serie von experimentell
    durchgeführten Untersuchungen glaubte, eine therapeutische Wirksamkeit der Tagtraumsitzungen bei neurotischen KlientInnen nachweisen zu können. Seit 1955 ist das KIP als ein tiefenpsychologischnes Verfahre in die psychotherapeutische Praxis eingeführt worden und seither in Europa und den USA bekannt.

    Ziele:
    Heilung neurotischer und psychosomatischer Erkrankungen; Psychodiagnostik unbewußter emotionaler Vorgänge; Verarbeitung von Konflikten; Krisenintervention; Anregung der selbstregulierenden Tendenzen im Menschen, die ihm zur Selbstheilung verhelfen sollen. Zielgruppe: alle Altersgruppen.

    Vorgehensweise:
    KIP wird als Einzel-, Paar-, Gruppen- und Familientherapie angeboten. Die KlientIn sitzt entweder auf einem bequemen Stuhl oder liegt auf einer Couch und wird von ihrer TherapeutIn aufgefordert, sich zu entspannen, ihren Gedanken bzw. Vorstellungen - ähnlich dem üblichen Tagträumen - freien Lauf zu lassen und sich in diese hineinzuversetzen. Während dieses Vorgangs erhält sie die Aufgabe, ihrer TherapeutIn ihre Tagträume, die sie während der Sitzungen erlebt so differenziert
    wie möglich zu beschreiben. Als ordnender Rahmen bzw. ordnende Themen dienen zum einen Situationen aus ihren eigenen Erfahrungen sowie von der TherapeutIn vorgegebene Szenen, z.B. Wiese im Sommer, Aufstieg auf einen Berg, Eingang einer Höhle etc. Während dieses Vorgangs erhält die KlientIn dabei die Gelegenheit, ihre
    Lebenskonflikte entweder symbolisch nachzuerleben oder von diesen vorgegebenen Motiven aus zu konkreten problematischen Situationen aus ihrem Leben überzugehen. Die TherapeutIn greift dabei in das Bilderleben ihrer KlientIn lenkend, anregend, unterstützend, ermutigend oder provozierend ein. Anschließend werden die von der
    KlientIn erlebten Traumbilder mit ihrer TherapeutIn besprochen bzw. durchgearbeitet, d.h. die KlientIn wird immer wieder mit ihren erlebten Trauminhalten konfrontiert, die sie nachträglich hier noch einmal durchlebt und durchleidet. Dabei soll sie versuchen selbst ihre erlebten Trauminhalte zu interpretieren. Die TherapeutIn versucht die Selbstinterpretationen ihrer KlientIn zufördern und bietet je nach Bedarf ihre Deutungen als Hilfestellungen an, um ihrer KlientIn Einsicht in ihre unbewußten Konflikten zu gewähren

    Weitere Informationen :
    Katathym-Imaginative-Psychotherapie (KIP)

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