Morgen erster Termin beim Psychiater

    Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SirTiffiCat.

    • Morgen erster Termin beim Psychiater

      :gumo:
      Hallo ihr Lieben.

      Wie ihr oben schon lesen könnt, habe ich morgen meinen ersten Termin.

      So ganz für Medi's bin ich ja immer noch nicht.

      Vor 3 Jahren bekam ich Citalopram verschrieben. Zuerst von meiner alten Therapeutin und dann von meinem Hausarzt, weil ich umzog.
      Als es dann wirkte, war ich total gefühlskalt und abgestumpft. By the way durchlebte ich auch noch eine sehr schlimme Zeit. Durch die Tabletten (zu mindestens bin ich davon heute überzeugt) merkte ich gar nicht, was mir für ein Unglück widerfährt. Ich war nicht gut gelaunt.. aber auch nicht schlecht, ich war einfach da und funktionierte, wie ein Mensch in der Gesellschaft eben funktionieren soll.
      Irgendwann setzte ich sie langsam ab und da fing die ganze Sche****e erst richtig an :( ... Auf einmal kamen alle Gefühle hoch. Kurzschlussreaktion was SVV betraf. Intensiver SV mit anschließender Überdosis und KH :kopfschuettel:

      Jetzt habe ich gestern mit meiner Psychologin darüber gesprochen und Sie meinte, Sie kann mich verstehen.. Weil ich diese positiven Gefühle, die mein Borderline so mit sich bringt, nicht missen möchte. Das hört sich alles so schnulzig an, was ich schreiben möchte... :smilie_verl_030: Aber diese Momente, in denen ich meinen Freund anschaue und merke wie in mir das Gute überkocht.. möchte ich einfach behalten. Weil genau das die Momente sind, die mein Leben im Moment lebenswert machen :denk:
      Sie sind nicht so oft, die negativen Gefühle überwiegen häufig.. Aber ich kenne die andere Seite der Medaille und das lässt mich nach vorne schauen.. :hach:

      Jetzt habe ich gelesen, dass du @ms_timed, Citalopram nimmst oder genommen hast... Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht, was dieses "abstumpfen" betrifft und wie fühlst du dich generell damit?

      Außerdem soll ich dann noch was gegen die Angst etc bekommen... was soll ich denn noch alles nehmen.. :???: und wenn ich die Liste der NK sehe.. na Prost Mahlzeit! :smilieweglauf:

      Was ratet ihr.. oder wie steht ihr dazu ?

      Liebe Grüße..
    • Hey :)

      Ich kenne recht viele, die Medikamenten gegenüber sehr skeptisch gegenüber stehen und die von vornherein sagen, dass sie keine Tabletten nehmen möchten. Ich kann so eine Einstellung im Grunde wirklich gut nachvollziehen, zumal man ja von vielen blöden Nebeneffekten liest und hört.
      Aber ich persönlich sehe das immer so, dass die Medikamente nun mal auch einen sehr unterstützenden Nebeneffekten haben, manchmal sogar auch erstmal eine "Grundlage" schaffen können, um überhaupt eine Therapie intensiv zu beginnen. So war es bei mir zum Beispiel.
      Ich nehme ja, wie du richtig sagst, auch Citalopram (bzw. habe sie lange Zeit genommen). Mir wurde das in der Klinik sofort verschrieben, weil ich einfach überhaupt keinen Antrieb mehr hatte, irgendwas zu tun und so eine Therapie ja gar nicht richtig möglich war. Um erstmal auf ein therapierbares Level zu kommen, waren für mich die Medis unabdingbar. Ich habe aber auch so eine Wirkung, wie du sie beschreibst, gar nicht verspürt. Ich habe eigentlich gar nicht bewusst etwas von den Tabletten gemerkt. Außer, bei genauerer Betrachtung, dass sich mein Antrieb einfach verbesserte - was ja auch gewünscht war. Dass meine Stimmung sich aufhellte jetzt auch nicht wirklich, aber ich glaube schon, dass es gewissermaßen geholfen hat. Der einzige unschöne Nebeneffekte bei mir war, dass ich nach einer erneuten Dosiserhöhung einige Stunden große Kreislaufprobleme hatte. So drastisch bei mir verändert, wie du es beschreibst, hat sich durch das Medikament allerdings nichts.
      Bei dem einen ist es so, bei den anderen so. Ich glaube, das eine, richtige Medikament gibt es auch einfach nicht. Manche haben auf Anhieb das für sie beste gefunden, andere probieren erstmal gefühlte Ewigkeiten herum, bis sie was passendes gefunden haben. Ich würde aber nicht prinzipiell eine medikamentöse Behandlung ablehnen, nur weil das eine Medikament vielleicht nicht so das Richtige war. Aber ich keine deine Zweifel verstehen. Ein Rückschlag macht misstrauisch. Aber ich denke, wenn du mit deinem Arzt da offen drüber redest und ihm sagst, dass du mit dem Medikament nicht klar kommst und ihn fragst, ob es Alternativen gibt (die gibt es ja definitiv), dann wird er dir da bestimmt entgegen kommen (Ein guter Arzt tut das zumindest. Ich habe leider schon Gegenteiliges erlebt in so einer Situation - nicht ich persönlich, aber Freunde von mir - aber das ist eine andere Sache).
      Wichtig ist, dass man nicht vergisst, dass man die Medikamente ja normalerweise nicht sein Leben lang nehmen muss (manche müssen das, aber man sollte nicht nur solche Extremfälle betrachten).

      LG
    • So ganz bin ich nicht abgeneigt, sonst würde ich erst gar nicht zum Psychiater gehen hehehe
      Ich denke, dass ich tief in mir drinnen weiß, dass es mir vielleicht ganz gut tun kann.

      Und ich hoffe, dass ich eine gute Ärztin erwischt habe, die mich eingehend berät.

      Und vielleicht habe ich die Tabletten einfach nicht vertragen.

      Danke für deine Antwort. Ich werde mir morgen mal alles anhören und werde dann Bericht erstatten :winken:
    • :gumo:
      Also.
      Ich war sehr erstaunt. Sie ist total nett und hat sich alles grobe erst mal angehört und notiert.
      Sie meinte, Sie hätte schon ein paar Ideen, möchte mich aber besser kennenlernen. Sie wird sich also mit meiner Therapeutin in Verbindung setzen. Außerdem muss ich, wie so oft, einen Fragebogen beantworten.
      Dann fragte Sie, ob bei mir der Verdacht ADS/ADHS bestand. Wobei ich letzteres ausschließen kann, dafür bin ich viel zu ruhig und schüchtern. Naja.. viele Fragen, viel geredet.
      Jetzt setze ich mich erst mal an den Bogen. in 3 Wochen ist der nächste Termin.

      Ich bin froh, dass Sie sich solch eine Zeit nimmt. Damit sie mir den richtigen "Cocktail" verabreichen kann :)
      Bin auf jeden Fall beruhigt!
    • Hi @SirTiffiCat, schön, dass es so gut gelaufen ist bei dir, das freut mich wirklich,wenn ich höre,
      dass es zwischen all den nicht so guten Ärzten auch wirklich nette gibt :)

      SirTiffiCat schrieb:

      Dann fragte Sie, ob bei mir der Verdacht ADS/ADHS bestand.
      Dazu möcht ich nochmal sagen, das es statt Hyperaktivität auch Hypoaktivität gibt, das heißt, dass die Person besonders ruhig ist und nicht hibbelig.
      Also das Gegenteil von Hibbelig eben.

      :liebegruesse:
    • Also ich hatte einen guten Freund in der Schule damals, er war auch sehr sehr ruhig und meinte mal zu mir, dass er ADHS hätte. aber hab das damals nicht verstanden.
      Und für mich war das auch nie ein Thema.

      Ich weiß nicht ob ich das hier jetzt so schreiben darf, aber als ich erzählt habe, wie Cannabis auf mich wirkt und weshalb ich es ab und zu konsumiere, hat sie angefangen zu nicken und mich direkt nach ADHS gefragt...

      Wir Menschen sind schon ein paar verrückte Lebewesen. Einiges wird uns vllt nie klar sein.
      So viele verschiedene Krankheiten...