Wahnsinn im Kopf

    • Wahnsinn im Kopf

      (aus: Kapitel 3, Lori, Tufts University, Medford, Massachusetts; September 1977 bis Juni 1981; Seite: 46, Zeile: 4 bis Seite: 47, Zeile: 1)


      ...Oberflächlich betrachtet, lief alles bestens. Aber unter der Oberfläche begann alles auseinander zu fallen. Die Stimmen wurden lauter und drängender und erschreckten mit ihren überraschenden Besuchen in meinem Gehirn. Ich wusste nur nicht, dass sie in meinem Gehirn waren. Ich hörte sie von außen auf mich zukommen, so real wie das Klingeln des Telefons.
      Sie tauchten auf, wenn ich sie am wenigsten erwartete, beschimpften mich und riefen mit ihren rauen, barschen Stimmen: "Du musst sterben, du Hure. Sterben! Sterben! Sterben!" Sie flößten mir Angst ein. Manchmal drehte ich mich auch um, weil ich dachte, es sei jemand hinter mir, aber es war nie jemand da. Ich durchsuchte einige Male das Gestrüpp am Straßenrand nach dem Witzbold, der sich diesen Spaß mit mir erlaubte. Natürlich riss ich mir nur die Hände an den Zweigen auf und fand niemanden. (...)
      Das wichtigste war. dass ich mich nicht ständig umsah, woher die Stimmen kamen. Wenn ich dabei erwischt wurde, wie ich den Kopf hastig herumwarf, versuchte ich mich herauszureden. "Oh, ich dachte, ich hätte ein Geräusch gehört."....
      (aus: Kapitel 11, Lori, Scarsdale, New York [bei ihren Eltern zu Hause]; Mai 1983 bis August 1983; Seite: 131, Zeile: 18 bis Seite: 132, Zeile: 11 )


      ...Im Krankenhaus erzählten sie mir andauernd, ich sei psychischotisch und leide an Halluzinationen. Ich hasste diese beiden Worte, weil ich überzeugt war, dass sie auf mich nicht zutrafen. Ich verband den Begriff psychotisch mit dem Film Psycho, mit Norman Bates und dem Bates Motel. Das war krank und Furcht erregend. Aber das war nicht ich. Ich war keine psycho-tische Frau mit einem Schlachtermesser.
      Und Halluzinationen? Ein weiteres Wort, das mich rasend machte. Halluzinationen sind Geräusche oder Bilder, die nicht wirklich existieren. Doch die Stimmen, die mich anschrien, waren ausgesprochen wirklich. (...)
      Es war mir klar, dass das Personal des Krankenhauses versuchte, mich auszutricksen, dass man versuchte, mich in den Wahnsinn zu treiben. Ich wusste, dass die Ärzte und das Pflegepersonal meine Gedanken lesen konnten und alles hörten, was die Stimmen sagten. Sie meinten zwar immer wieder, die Stimmen seien nicht real. Aber wenn die Stimmen nicht real waren,wie konnten sie dann wissen, dass es die Stimmen gab? Die Pfleger erklärten mir auch immer wieder, sie könnten meine Gedanken nicht lesen. Aber wenn sie das nicht konnten, woher wussten sie dann alles, was die Stimmen sagten?
      Meine Qualen waren real. Ich wollte niemanden um mich haben, der mir erzählte, sie seien falsch oder eingebildet....

      Quelle : Amazon




      Ich kann von mir aus nur sagen,das ist ein Superbuch :thumbsup:
      Es lief alles nach Plan... Nur der Plan war Scheiße :hehehe: