Eure Songs - eure Gedanken

    Es gibt 1 Antwort in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Lucinda.

    • Eure Songs - eure Gedanken

      Hier könnt ihr immer einen Youtube o.ä Link zu einem Song, den ihr mögt posten und dazuschreiben warum ihr ihn mögt bzw. Gedanken die ihr dazu habt äußern.
      Irgendwie hilft mir sowas oft,ich hoffe ein paar von euch auch ;)
      Dann fang ich mal mit dem ersten Song an

      YouTube

      Dieser Song spricht mir sehr aus der Seele. Er drückt, meinen krankhaften Selbstzweifel, den ich bereits in meiner Kindheit hatte, aus.
      Dieses andauernde Gegrübel über viele Dinge, was mir unzählige Nächte geraubt hat. ("...ich bin die Stimme aus dem Kissen, ich singe bis der Tag erwacht, ein heller Schein am Firmament...")
      Und mich genau das alles in den Wahnsinn getrieben hat. Bis also, laut dem Lied, mein Herz brannte...
      This world is spinning inside me
      the whole world is spinning inside of me
      Every day sends future to past
      Every step brings me closer to my last

      (Dream Theatre - Pull Me Under)
    • Auch mir hilft sowas oft. Momentan bin ich ja auf einem Adrian von Ziegler-Trip (ich mag in letzter Zeit generell Musik ohne Gesang, keine Ahnung wieso) und irgendwie fallen mir dann immer kleine "Geschichten" ein, die ich dann aufschreiben muss. Ich finde es eine tolle Idee, die du da hattest.
      Dann stelle ich erstmal meine Gedanken zu dem Lied "Sacrament of Tears" von - wer hätte es gedacht ^-^ - Adrian von Ziegler rein.

      Das Lächeln, welches sie den ganzen Tag über getragen hatte, fiel von ihr ab, zersplitterte sozusagen. Eine bittere Träne des Schmerzes nach der anderen bahnte sich den Weg ihre blasse Wange entlang. Die Haut des Mädchens war weiß wie Porzellan. Sie war nicht alleine, sondern einsam. Für sie lagen Welten zwischen diesen Worten. Alleine sein bedeutete für das Kind, dass man einen Moment für sich hatte, einen Moment der Ruhe, der Stille, der Entspannung – und Einsamkeit... Dies war das schrecklichste Gefühl, das sie in ihrem Leben kennen gelernt hatte. Kennen lernen hatte müssen. Einsamkeit bedeutete für sie, keinen Rückhalt zu haben; niemanden, auf den sie sich verlassen konnte; niemanden, der sie liebte; es hieß für sie, auf sich gestellt zu sein. Sie schlang die Arme um die angezogenen Beine, ließ den Kopf hängen und schluchzte leise. Ihr war kalt. Kleine Schneeflocken fielen auf ihren Körper, verfingen sich in ihren langen, roten Haaren und landeten auf ihrem dünnen Shirt. Sie war von zuhause weggelaufen. Hatte herausgefunden, dass sie nicht gewollt, sondern ein Unfall war. Was war eigentlich ein Zuhause? Sie wusste es nicht. Alles was sie wusste, war, dass sie mit diesem unsagbaren Loch in ihrem Inneren und diesem unendlichen Schmerz leben musste. Sie konnte nicht, aber sie musste. Strahlend blaue Augen blickten unsgabar traurig in die Gegend, als sie den Kopf hob und sich mit zittrigen Kinderhänden die Tränen abwischte. Das Mädchen saß alleine am zugeschneiten Sandkasten des Spielplatzes. Die Nacht war hereingebrochen und die anderen Kinder längst nach Hause gegangen, doch sie wollte nicht weg. Wohin sollte sie denn gehen? Sie hatte niemanden mehr. Ihre Großeltern mütterlicherseits waren gestorben, als sie noch ein Baby war, die anderen Großeltern wohnten in Amerika und die Elfjährige hatte keine Onkels oder Tanten, da ihre Eltern beide Einzelkinder waren. Die einzige Möglichkeit, die ihr noch bliebe, wären die Eltern, aber diese hatten ihr klar gemacht, dass sie sie nie wieder sehen wollten. Sie zitterte und spürte, wie ihr Herz in unzählige Stücke zersprang, als sie daran dachte, dass ihr die Eltern nie Liebe gezeigt hatten. Nie hatten sie die Elfjährige in den Arm genommen oder ihr gar gesagt, dass sie sie lieb hatten, weil das eine Lüge gewesen wäre. So saß sie da, umgeben von ein paar Zentimeter hohem Schnee, den Blick ins Nichts gerichtet. Sie konnte die Kinder, welche gegenüber des kleinen Spielplatzes wohnten, lachen hören. Schon lange hatte sie verlernt, wie es sich anfühlte zu lachen. Das letzte Mal hatte sie gelacht, als ihre Großeltern mit ihr Verstecken gespielt hatten. Wie fühlte es sich an, glücklich zu sein? Menschen zu haben, die sie lieb hatten und sie das auch spüren ließen? Sie wusste es nicht.
      Warum erkennst du nicht,
      dass jedes Ende ein neuer Anfang ist?
      (Eisbrecher - Blut und Tränen)