Filme Borderline - Eure Meinung?

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    • Filme Borderline - Eure Meinung?

      Hallo zusammen,

      ich studiere Psychologie und beschäftige mich für ein Seminar momentan mit dem Thema Borderline, wie das Thema in Filmen dargestellt wird und in dem Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Perspektive.
      Ich stehe grad erst am Anfang meiner Recherchen und habe mal in den Film "Allein" reingesehen. Dabei hab ich den Eindruck bekommen, dass Betroffene z.B. nahezu sexsüchtig dargestellt werden. Natürlich dramatisieren Filme in der Regel die Thematik.
      Mich interessiert, wie Betroffene die Darstellung der Symptomatik in solchen Filmen empfinden. Es würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar Gedanken dazu schreibt. Vielleicht, welche Filme ihr kennt und inwiefern das im Film dargestellte repräsentativ für "echte" Borderliner ist.

      Danke euch! :)
      Liebe Grüße,
      Julia
    • Hallo liebe Julia,

      den Film "Allein" kenne ich und ich fand ihn auch nicht gut.
      Die Borderliner werden in dem Film als sexsüchtig und alkoholkrank dargestellt, dem ist nicht so.
      Bei vielen mag die Symptomatik vielleicht passen, aber auch nicht bei allen, jeder Borderliner ist anders.
      Ich finde, es gibt keinen Film, der die Borderlinestörung korrekt darstellt.
      Kennst du den Film "Durchgeknallt" mit Angelina Jolie? Der handelt auch von Borderline, Suizid und spielt in den 60er Jahren in einer Psychiatrie, ich finde den Film ganz gut, aber genau die Borderline Störung wiederspiegeln tut er auch nicht, nur Teile davon. Guck ihn dir mal an. Ich schick dir mal den Link:
      Durchgeknallt - Girl, Interrupted: Amazon.de: Angelina Jolie, Jared Leto, Clea DuVall, Brittany Murphy, Elisabeth Moss, Jeffrey Tambor, Vanessa Redgrave, Whoopi Goldberg, Mary Kay Place, Mychael Danna, Georgia Kacandes, Jim Stuebe, Douglas Wick, Winona Ryder, Jack N. Green, James Mangold, Arianne Phillips, Richard Hoover, Kevin Tent, Carol Bodie, Susanna Kaysen, Lisa Loomer, Jeff Knipp, Cathy Konrad, Anna Hamilton Phelan: DVD & Blu-ray


      Sonst kenne ich keine typischen Borderlinefilme, vielleicht kann dir ja jemand anders weiterhelfen.

      Liebe Grüße, Zero :ciao:


    • Vorab:
      Die Borderline-Diagnose ist schwierig, da die Symptome von Person zu Person sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und die Persönlichkeitsstörung oft von verschiedenen Begleiterkrankungen (z.B. Narzissmus / Depression) zusätzlich beeinflusst wird. Zudem ist die Diagnose so schwierig, da fast alle typischen Symptome qualitativ auch bei gesunden Menschen auftreten können. Borderline lässt sich nicht an ein paar spezifischen Symptomen festmachen, die man bei allen Betroffenen wiederfindet. Während die einen Symptome sehr stark auf einen Betroffenen zutreffen, stimmen sie mit einem anderen Betroffenen gar nicht überein.


      Ich muss sagen, dass ich die schauspielerische Leistung der Protagonistin in "Allein" durchaus gut fand.
      Mit ihrem Verhalten identifiziere ich mich jedoch keinesfalls.


      Einen "guten" Borderline- Film a la Hollywood... Ich habe bis jetzt keinen gefunden.


      Finde das Thema aber sehr interessant. Würde mich interessieren ob du bei diesem bleibst, oder es doch noch änderst.











    • Also, ich kann ganz klar sagen, das der Film "Allein" schon sehr krass ist und nicht dem nachkommt, was ich so kenne an Borderlinern. Ich war anfangs über den Film sogar erschrocken muss ich gestehen.
      Und einen "guten" Film, der Aussagekräftig ist und annähernd dem Großteil gleichkommt, kenn ich jetzt so auch noch nicht :weissauchnnicht:


    • Borderline in Filmen

      Hey ich habe auch Borderline.

      Ich habe den Film nicht gesehen, aber mich stört nicht nur die Darstellung in Filmen sondern auch das Bild der Gesellschaft aber auch vor Allem die Einstellung, mit der mir Fachleute (Psychologen etc) entgegentreten.

      Sobald sie wissen, dass ich Borderline habe, habe ich das Gefühl von vielen abgestempelt zu werden als "hoffnungsloser Fall" Und das NUR auf Grund meiner Diagnose. Einer lachte mich mal aus weil ich ihm erzählt habe, dass ich noch nie eine Zigarette geraucht habe
      Dass ich das aus Respekt vor meiner Freundin nicht mache, die schwer krank ist, wusste er zwar nicht aber dennoch... ich habe nicht gelogen!

      Ich bin nach nichts süchtig. Ich verletze mich nicht.Ich bin nicht agressiv.

      Dennoch habe ich Borderline, mehrfach fachlich bestätigt und auch wenn meine Probleme nach außen nicht sichtbar sind, kämpfe ich jeden Tag aufs Neue mit ihnen.

      In Filmen jedoch kann immer nur das dargestellt werden, was nach außen dringt.

      Egl spielt sich das Meiste im inneren ab. Die Meisten nehmen es nicht einfach so hin, dass die Krankheit ihr Leben zerstört. Viele von uns kämpfen jeden Tag aufs Neue.

      Viele von uns kämpfen genau mit dem Gegenteil. Viele von uns haben Traumata durch Missbrauch in der Vergangenheit und daher sehr sehr große Angt vor sexuellem Kontakt.

      Viele von uns haben jeden Tag Angst.

      Und irgendwie habe ich das Gefühl dass viele Filme nicht nur übertreiben sondern uns als den abschaum der Gesellschaft darstellen...assozial, nicht erzogen und noch dazu selten dämlich.

      Ich meine angenommen jemand ist wirklich sexsüchtig, was ja schonmal nichts mit Intelligenz zu tun hat, dann ust ja nicht ausgeschlossen dass er trotzdem so clever ist und Kondome verwendet.

      Ich habe bei Vorstellungsgesprächen nicht erwähnt dass ich borderline habe aondern nur die deppressionen. Wieso hat jeder verständis für die deppression aber keiner für borderline?

      Die Behandlung in Psychiatrien, die in filmen dargestellt wird (hab da schon einige gesehen) ist absoluter quatsch und führt ganz nebenbei in vielen Köpfen dazu dass viele wirklich lieber versuchen sich das leben zu nehmen als sich vermeintlichumbringen zu lassen. Komisch nur dass ich in der psychiatrie trotz zweier suizidversuche nicht fixiert und mit unzähligen Medikamenten ruhig gestellt wurde. Auch eine Betreuerin blieb mir komischerweise erspart. niemand verschwandtagelang sodass ich auch ausschließen kann dass jemand anders lange fixiert wurde. Ach moment ... ich vergaß. .. wir sind ja Menschen und haben Rechte. .

      Es ist gravierend diesen komischen Filmen Glauben zu schenken. Leider habe ich genau das getan und bin so einer ganzen Katastrophe mit einer halben entkommen. ...

      Und nochwas... Borderline ist heilbar!

      Oft wird in den Filmen entweder die Leichtigkeit dargestellt, von der Sucht weg zu kommen oder aber die Unmöglichkeit.

      Dazwischen gibt es nichts.Entweder ein schnelles happy end oder ein ende mit drama el grande.

      Darauf dass es eher der Realität entspricht, dass man manchmal lange auf einen therapieplatz warten muss und dass die Betroffenen gl erst nach jahren geheilt sind kommt kein filmmacher..!

      Entweder die filme enden mit dem tod des betroffenen oder mit komplettem absturz oder aber mit eine heilung nach vier wochen.

      Beides iwie ein wenig an der Realität vorbei.

      Wir werden einfach auch ins Lächerliche gezogen. Klar ist es auch schwer mit Borderline eine Beziehung zu führen, aber nicht unmöglich. Es ist nicht jeder gleich. Ich zb habe Probleme mit der fantasie und meinwr eigenen Fantasiewelt und daraus und aus vergangenen Situationen resultieren Andtzustande mit Hypochondrie.

      Ich habe auch Probleme eine Beziehung zu führen, aber es ist nicht unmöglich! !!!

      Auch rine Sexsucht kann man ja iwie auch delbst befriedigen.. man muss ja nicht mit jedem schlsfen.

      Liebe Grüße
      Sry für die lange Antwort


    • Borderline ist sicher nicht heilbar. Wenn man es erstmal hat, wird man es erstmal nicht wieder los. Die Symptome können aber soweit zurückgehen, dass die Diagnose nicht mehr gestellt werden kann. Durch viel viel Therapie. Aber diese Empfindsamkeit bleibt immer, so hat es mir eine Borderline Expterin erklärt.
    • Ich finde das ganz interessant, daß die, die hier geantwortet haben, den Film "Allein" weniger gut finden.

      Ich kann mich sehr gut mit der Protagonistin identifizieren. Ich finde es wird sher gut dargestellt, wie sie von einem ins andere fällt, und auch wie es dem Typen geht, der wirklich mit ihr zusammenkommen will. Als sexbesessen würde ich sie garnicht bezeichnen, sie hat eine Affäire mit einem Typen, der wie Dreck behandelt, was ihr am Anfang egal ist, später nicht mehr. Auch das Komm-her-geh-weg-Spiel, daß sie mit ihrer besten Freundin spielt, finde ich realistisch dargestellt.

      Natürlich ist das nicht das normale Leben, aber in meinen zwanzigern habe ich mich auch so aufgeführt, bzw kenne ich einige Mädels die sich ähnlich verhalten (haben).
      Und ich finde es gut, daß das Ende offen ist, man seinen eigenen Frieden mit der Protagonistin machen muss - oder auch nicht.

      Ich finde, man sollte bei diesen Psychartriefilmen auch bedenken, vor allem den amerikanischen, daß sie ein Spiegelbild dessen sind, was die Leute auch sehen wollen. Wer will schon eine Klinik sehen nach deutschem Standart wo man seinen Stundenplan abläuft. Ich persönlich ziehe für mich aus en Filmen nicht den Anpsruch auf realistische Darstellung, sondern auf das Befassen mit dem Thema überhaupt, was sich anscheinend niemand wirklich so traut, daß die Betroffenen sagen können: Ja so ist das, Borderline zu sein.

      "Allein" hat das bei mir persönlich bisher am besten getroffen.


    • in "allein" ist es einfach sehr extrem dargestellt. natürlich schürt das vorurteile- aber es braucht ja übertreibungen auch, damit die leute es verstehen. und ich denke, ein bisschen kann man sich in allem wieder erkennen.
      ich habe früher bzw ne freundin und ich in solchen Extremen gelebt, wahnsinnig anstrengend. heute ist es ruhiger, anders anstrengend. ich finde, dafür, wie komplex doch die krankheit ist, ist es gut dargestellt.
      ich persönlich fand den film aber total heftig, konnte den nicht gut ansehen, fands sehr triggernd.
      man muss auch bedenken, wie schwer es ist, das darzustellen in einem 90min film....und ich finde die schauspielerin hat das total gut gemacht.
      für pfleger auf dbt stationen ist der film glaube ich pflicht :)

      ich finde den film, hat nun weniger direkt mit borderline zu tun- aber im ansatz ein bisschen...im winter ein jahr mit karoline h. ein paar extreme stellen, aber auch ein sehr ruhiger melancholischer schöner film. weniger psychiatriemäßig.....durchgeknallt fand ich auch total heftig, total klischeehaft. aber erinnere mich nicht mehr an alles.....