Was sollte man vermeiden?

Vermeiden sollte man gute Ratschläge, Überredungsversuche sowie Aufmunterungsversuche. Diese drängen den Gefährdeten u.U. lediglich tiefer in seine Ausweglosigkeit, was kontraproduktiv ist. Eine suizidgefährdete Person weiß in der Regel, was zu tun gut wäre. Das Problem liegt meist darin, dass sie sich dazu in diesem Moment nicht in der Lage fühlt.

Sollte sich die Situation scheinbar entspannt haben, sollte man den Betroffenen nicht alleine lassen. Eine abrupte Besserung kann paradoxerweise auch mit einer besonders hohen Suizidgefahr verbunden sein, weil der Betroffene seine Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, innerlich bereits getroffen und mit der Umwelt, seinem Gegenüber und dem Leben abgeschlossen hat.

Zögern Sie nicht, Hilfe zu holen oder gemeinsam mit dem Betroffenen die Ambulanz einer Klinik aufzusuchen. Es ist zu bedenken, dass die Hauptursache für Suizide eine Krankheit - die Depression - ist, aus der sich der Betreffende selbst nicht befreien kann. Sie ist aber gut behandelbar. Wenn die aktive Depression unter der Behandlung nach einigen Wochen oder Monaten abgeklungen ist, ist der Betreffende normalerweise sehr dankbar darüber, dass ihn seine Umgebung während der Depression vor sich selbst geschützt hat.